Predigt zur Konfirmation in Bornum II 2017

Gnade sei mit euch und Friede von Gott unserm Vater und dem Herrn Jesus Christus. Amen.


Liebe Mareike, liebe Lea, liebe Linda, liebe Sina, liebe Annika, lieber Jannik, lieber Dominic, lieber David, lieber Noah, liebe Festgemeinde!

Was ist euch aus eurer Konfirmandenzeit in Erinnerung geblieben?

Dazu habt ihr beim letzten Konfi-Kurs jeder zwei Fußabdrücke bekommen, in die ihr schreiben solltet, was zu eurem Weg zur Konfirmation ganz wichtig dazugehört.

Denn dieser Weg endet nun. Heute seid ihr endlich am Ziel dieses Weges: Wir feiern Konfirmation.
Und die Konfirmation fasst nun noch einmal alles zusammen, was wir in den fast 2 Jahren gemeinsam erlebt und erfahren haben.

Ja, natürlich hatte Noah recht, es waren eigentlich nur 1,5 Jahre.

Nicht nur für diesen Punkt stimmt das: Mitgedacht habt ihr in dieser Zeit immer. Nie fraglos hingenommen, was ich euch gesagt habe.
Und das ist ja auch gut so!

Denn ihr seid in dieser Zeit eben auch ein Stück weit gewachsen, hin zu selbständigen jungen Menschen, die immer mehr selbst entscheiden dürfen.
Heute steht da die Entscheidung über euren Glauben, ihr werdet gleich jeder selbst entscheiden, ob ihr an Gott, Jesus Christus und den Heiligen Geist glauben und zu dieser Gemeinde dazu gehören wollt. Das ist Konfirmation.

Und ihr werdet ja auf einer guten Grundlage entscheiden, denn ihr habt dazu so einiges mit auf euren Weg bekommen.

Gestern das Gesangbuch. Mit dem selbst gestalteten Umschlag, für den eure Gruppe den dritten Preis bekommen hat, da habt ihr gestern schon so einiges drüber gehört.

Heute bekommt jeder von euch ein Konfirmationspaket mit auf den Weg.

(Paket zeigen)

Da drin ist ein Armband mit diesen vier Anhängern.
Anhänger, die daran erinnern, was euch in der Konfirmandenzeit wichtig geworden ist.
Anhänger, die zeigen, was zum christlichen Glauben dazu gehört.

Da ist als erstes dieses blaue Kreuz.

Denn die vielleicht wichtigste Frage, die ihr euch heute stellen und beantworten müsst, ist eine Frage, die für euch lebensentscheidend sein kann.
Es ist die Frage: Was soll das alles?

Ist das alles nur ein riesiger Quatsch, den ich getrost heute Nachmittag wieder vergessen kann, wenn alle Geschenke ausgepackt sind, oder ist da wirklich etwas dran am Glauben, etwas, das mich so tief innerlich berührt, wie mich sonst nichts auf der Welt berührt, etwas, das mich durch das ganze Leben hindurchtragen kann?

Ist da einer, der immer zu mir hält in allen Lebenslagen und der mir beisteht, wenn es mir ganz mies geht, auch dann, wenn ich ihn nicht sehen kann?

Dein Konfirmationsspruch, lieber Noah, beantwortet diese Frage: „Du aber, Herr, wollest deine Barmherzigkeit nicht von mir wenden; lass deine Güte und Treue allewege mich behüten.“ Oder mit den Worten deines Konfirmationsspruchs, liebe Sina: „Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.“

Für den Glauben an Gott steht das Kreuz. Das Kreuz ist das Symbol für den christlichen Glauben, der Vertrauen bedeutet. Wir vertrauen darauf, dass Gott immer für uns da ist, dass er auch ganz am Ende noch da ist, so wie er bei Jesus am Kreuz war und ihn auferweckt hat.

Das Kreuz ist leer.

Dieses blaue Kreuz ist blau und durchscheinend. Es gibt den Blick auf den Himmel frei.

Und zu dem Kreuz gehört dieses aus eurem Konfirmationspaket:
(Vaterunser-Buch zeigen)

Als wir uns mit dem Vaterunser beschäftigt haben, war es eure Aufgabe ein Gebetbuch zu gestalten, nicht für euch selbst, sondern für jemand anderen aus der Gruppe.

Zu jeder Bitte des Vaterunsers sind so ganz unterschiedliche Bilder entstanden, die zeigen, was euch an diesem Gebet wichtig ist.

Der nächste Anhänger am Armband ist dieser grüne Anker.

Verankert sein: das heißt, einen festen Grund haben – und doch, ja, gerade deswegen – frei zu sein.
Einen festen Grund haben, auch wenn man ihn nicht immer sehen kann.
Nicht weggerissen werden, wenn ein Sturm aufkommt und die Wellen hochschlagen.
Nicht haltlos werden, wenn es stürmisch wird.
Etwas, woran ich mich festhalten kann, was mich hält und trägt.

Der Anker sagt dir: Du kannst dich auf Gott verlassen.
Auch wenn es noch so stürmisch um dich herum ist.
Denn wie es dein Konfirmationsspruch sagt, liebe Mareike und lieber Jannik: „Siehe, ich sende einen Engel vor dir her, der dich behüte auf den Wegen.“
Oder mit etwas anderen Worten dein Konfirmationsspruch, lieber Dominic: „Gott hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen.“

Und zu dem Anker gehört dieses aus eurem Konfirmationspaket:
(Buch „Koffer für die letzte Reise“ zeigen)

Erinnert ihr euch noch an den Koffer, den ihr packen solltet?

Einen Koffer für die letzte Reise, in den ihr das packen solltet, was ihr ins Jenseits mitnehmen würdet. Also das, was euch so wichtig ist, dass ihr euch immer daran erinnern wollt.
Sehr beeindruckende Bilder davon sind in diesem Buch. Die Koffer von jedem aus der Konfirmandengruppe.

Das sind Hoffnungsbilder, die davon sprechen, dass unser Leben einen Sinn hat, weil es auf dieser Welt nicht enden wird.

Der nächste Anhänger am Armband: Das rote Herz.

Wir Menschen können uns für vieles begeistern, wir können an vieles unser Herz hängen und wir können an etwas oder jemanden unser Herz verlieren.
Wir sind fähig, uns zu verlieben, Liebe zu schenken.
Es liegt in unserer Natur, dass wir uns an etwas oder jemanden hingeben können und wollen.
Das ist schön und kann sehr glücklich machen.
Wie es dein Konfirmationsspruch sagt, liebe Linda: „Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen.“

Martin Luther hat einmal gesagt: Woran du dein Herz hängst und worauf du dich verlässt, das ist eigentlich dein Gott.
Und über Gott hat Luther gesagt: Gott ist ein glühender Backofen voller Liebe, der da von der Erde bis an den Himmel reicht.

Gott ist ein glühender Backofen voller Liebe – voller Liebe für euch und für mich – für uns alle. Er ist die Liebe in Person und von ihm stammt die Liebe.
Denn, wie es dein Konfirmationsspruch sagt, lieber David: „Ein Mensch sieht, was vor Augen ist; der Herr aber sieht das Herz an.“

Dafür steht das Herz: Liebe und Freundschaft.
Das ja auch etwas, was euch in der Konfirmandenzeit wichtig geworden ist: die Freundschaft in der Gruppe, die Freude und der Spaß, den wir gemeinsam hatten, die soziale Stärke, die ihr immer mal wieder beweisen habt, der Zusammenhalt.

Das Herz soll euch daran erinnern!

Der vierte Anhänger ist der gelbe Fisch.

Im ganz frühen Christentum war er ein wichtiges Symbol für den Glauben. In einer Zeit, in der es lebensgefährlich sein konnte, sich als Christ zu erkennen zu geben, konnte man einem anderen seine Glaubensüberzeugung mitteilen, indem man einen harmlosen Fisch in den Staub oder Sand malte.
Für einen Nichtchristen blieb der Fisch ein Fisch und er mag sich allenfalls gewundert haben über diese Art der Mitgliederwerbung für einen Angelverein.

Für einen Christen aber hatte der Fisch eine besondere Bedeutung und man wusste, sobald ein anderer in positiver Weise darauf reagierte, dass man einen Glaubensgenossen gefunden hatte.

Der in den Staub gemalte Fisch war eine versteckte Frage an den anderen: „Glaubst du, dass Jesus Christus, Gottes Sohn, unser Retter ist?“

Irgendein schlauer Christ aus dieser Zeit hatte nämlich gemerkt, dass im Griechischen die Anfangsbuchstaben der Worte „Jesus“, „Christus“, „Gottes“, „Sohn“ und „Retter“ zusammengesetzt ein neues Wort ergeben, und zwar genau das griechische Wort für „Fisch“ – ICHTHYS.

Wenn ihr so wollt, der Fisch also ein Geheimzeichen, das für die christliche Gemeinschaft steht.
Lässig fällt mir dazu ein. Das ist ja sozusagen das Geheimzeichen für eure Gruppe geworden. Ihr wisst sofort, was gemeint ist.

Und gerade die Gemeinschaft ist für euch ja ganz wichtig geworden. In die Fußabdrücke, von denen ich anfangs gesprochen habe, hat jeder von euch alle Namen der Konfirmandengruppe geschrieben, denn ihr seid diesen Weg gemeinsam gegangen.

Das hat mich sehr beeindruckt, dass euch das so wichtig geworden ist.

Ich hoffe, dass euch diese Gemeinschaft in Erinnerung bleiben wird, dass Freundschaft bleiben wird. Denn ihr habt gemerkt, wie viel einfacher und schöner es ist, wenn man nicht alleine ist, sondern gemeinsam, als Gruppe unterwegs.

Dein Konfirmationsspruch, liebe Annika, beschreibt diese Gemeinschaft mit folgenden Worten: „Einer trage des anderen Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.“

Als letztes gehört in euer Konfirmationspaket eure Konfirmationskerze. Die Kerze, die ihr selbst gestaltet habt mit dem, was für euch zum Glauben dazugehört.

Gott ist das Licht Eures Lebens, dafür stehen die Konfirmationskerzen. Er hat euch zu dem gemacht, was ihr seid, wie es dein Konfirmationsspruch sagt, liebe Lea: „Aber durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin.“


Zu den Konfirmationskerzen gehören die folgenden Worte:

Spür, wie warm die Kerze ist

- sie freut sich mit dir, wenn du glücklich bist!

Und wie empfindlich das Licht ist

- es leidet mit dir, wenn du traurig bist!

Die Kerze ist da, um sich für dich hinzugeben

- so steht sie für Freude, für Glück und Trost im Leben!

Oft flackert die Kerze hell und heiter

- sie sagt damit: Gib die empfangene Liebe weiter!

Der Kerzenschein mache dir Mut, das Gute zu wagen

- und immer wieder auch Danke zu sagen!

Der Schein dieser Kerze möchte sich auch in unseren Herzen verbreiten

- damit wir nie vergessen, dich zu begleiten!

Das ist ein Licht, dass die Herzen erhellt

- Mit ihm ruft Gott: Ich bin das Licht der Welt!

Amen.

Und der Friede Gottes, der höher ist als unsere Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.